Technische Aspekte atacama:

Die atacama hat im Baßkorpus an der Rückseite unten eine modifizierte behold Endstufe UPA192 eingebaut. Die Eigenschaften dieses Aufbaus werden hier grob beschrieben:

Tri-Amping mit aktiver Frequenzweiche
Die drei unterschiedlichen Pfade der Leistungsendstufen für die drei Wege werden von kompromißlos phasenlinearen Filtern angesteuert. Nur auf digitaler Ebene mit einem entsprechenden Signalprozessor kann dies erreicht werden. Der verwendete DSP ist ein ADSP-21369 von Analog Devices. Darin sind drei vollkommen unabhängige Bandpässe für Baß, Mitten und Höhen realisiert, - mit passiven Filtern unmöglich. Die Frequenzauflösung der Filterprozesse liegt bei 23Hz.

Zwei zweifach D/A-Wandler
Bei einem digitalen Verstärker, der auch zwei analoge Endstufen beinhaltet, ist es zwingend erforderlich, die digitalen Audiosignale analog zu wandeln. Diese Wandlung erfolgt in zwei dedizierten monolithischen Stereo D/A-Wandlern (CS4392). Beide arbeiten durchgängig symmetrisch.

Zwei verschiedene analoge Leistungsendstufen
Die atacama hat zwei verschiedene analoge Leistungsendstufen, eine für die Mitten mit 80W an 4Ω vollkommen symmetrisch aufgebaut und eine für die Höhen mit 20W an 4Ω, die in der Leistungsstufe selbst auf unsymmetrisch umsymmetriert wird. Der lange hochkant betriebene passive Kühlkörper auf der Rückseite der atacama ist sehr dezent gestaltet und kühlt beide Endstufen.

Ein DSP je analoger Leistungsendstufe
Beide analoge Leistungsendstufen werden wiederum von einem DSP gesteuert. Dieser sorgt dafür, daß aus einer ursprünglichen AB-Klasse Endstufe eine echte Klasse-A Endstufe entsteht, also mit allen Vorzügen der Klasse-A Endstufe aber mit dem Stromverbrauch einer AB-Klasse Endstufe. Diese Technologie wird schon bei den Vorgängern, den behold Endstufen BPA768 und behold Gentle G192 verwendet.

Digitaler Δ/Σ-Modulator in der geschalteten Endstufe
Die dritte Endstufe in der atacama, die als geschaltete Endstufe arbeitet, liefert 160W an 4Ω und wird zum Ansteuern des Baßlautsprechers eingesetzt. Das Plus an 3dB mehr Leistung fördert die exzellente Baßwiedergabe. Die Schalttransistoren am Ausgang der Stufen werden von einem D/S-Modulator getrieben. Dieser sorgt für die verlustfreie Umsetzung des PCM-Audioformats vom DSP (24Bit) kommend in das PWM-Format (Pulse-Width-Modulated) bei einer Abtastrate von 192kHz. Es ist hier absolut kein D/A-Wandler vorhanden wie er beispielsweise bei Klasse-D Endstufen gebraucht wird, die mit analogen Leistungstreibern arbeiten. Neben anderen Vorzügen dieser Technologie in der atacama erlaubt sie einen „Open Loop“ Betrieb, der vollkommen unempfindlich gegen die vom Baßlautsprecher zurückfließende Energie ist. Das ist wesentlich wichtiger als ein hoher Dämpfungsfaktor bei einem Leistungsverstärker. Aus den gleichen Gründen wie der Analogverstärker für die Mitten ist auch die geschaltete Endstufe vollständig symmetrisch aufgebaut.

Analoge und geschaltete Endstufen haben separate Schaltnetzteile
Diese Anordnung sorgt nicht nur für das sogenannte ‚Power Conditioning‘, sondern liefert beste Isolation zwischen den analogen und der geschalteten Verstärkersektion. Sie arbeiten quasi wie zwei separate Mono-Blöcke. Ein drittes Schaltnetzteil versorgt die analoge Steuerung, sowie den Mikroprozessor und den DSP.

Multifunktionale Eingangsbuchsen
Da die atacama nahezu alle Audiosignale verarbeiten kann, ob analog oder digital, ist es erforderlich, die Buchsen mehrfach zu belegen, um die Anzahl möglichst gering zu halten. Die XLR-Buchse nimmt sowohl symmetrische Hochpegel-Signale entgegen, also auch digitale (AES/EBU). Eine der Cinch Buchsen verarbeitet ein analoges oder digitales Eingangssignal. Die zweite dient der Weiterleitung des Ausgangssignals zur nächsten Endstufe.

Verkabelung bei analoger Anwendung
Weil die atacama wie ein Mono-Block verhält, muß sie entsprechend verkabelt werden, d.h. ein linkes und ein rechtes Audiosignal müssen entsprechend zugeführt werden. Dies kann als Hochpegelsignal symmetrisch oder unsymmetrisch erfolgen. Außerdem wird eine Netzstromzuführung benötigt, aber sonst nichts. Die Lautstärkeeinstellung muß in der verwendeten Vorstufe erfolgen, wie üblich. Die atacama läuft immer mit voller Verstärkung (0dB). Bei ihr gibt es keinerlei Lautstärkeeinstellmöglichkeit.

Verkabelung bei digitaler Anwendung
Weil sich die atacama wie ein Mono-Block verhält und ein digitales Audiosignal immer beide Kanäle enthält und weil die Vorstufe in aller Regel nur einen digitalen Ausgang hat wird einer der beiden Lautsprecher mit dem Digitalsignal gespeist. Die Datentrennung erfolgt im DSP. Mit Hilfe des Kodierschalters auf der Rückseite der atacama wird Rechts oder Links eingestellt. Die zweite atacama eines Stereo Aufbaus wird von der ersten atacama angesteuert. Deswegen hat jede atacama eine Kaskadiermöglichkeit. In digitaler Betriebsart fungiert eine der Cinch-Buchsen als Digitalausgang. Eine digitale Weiterleitung analog zugeführter Signale erfolgt generell nicht. Die Eingänge können symmetrisch oder unsymmetrisch betrieben werden.

50Ω und/oder 75Ω Verkabelung im digitalen Betriebsmodus
Unsymmetrische digitale Audiosignale verwenden meistens 75Ω Koaxialkabel. Die atacama verarbeitet dies selbstverständlich. Um nicht damit festgelegt zu sein besteht die Möglichkeit auch 50Ω Kabel einzusetzen. Beides gleichzeitig bedeutet, daß man mit 75Ω speisen und mit 50Ω weiterleiten kann oder umgekehrt.

USB-Verbindung
Die USB-Verbindung der atacama dient den Zuführen von Raumkorrekturdaten von Seiten eines PC (WinXP, Vista, Win7). Außerdem verwendet die behold - ‚myALS‘ - Software diese Schnittstelle zur atacama.

„myALS“ Software
Dieses PC-basierte Programm dient dem Anzeigen des Betriebsstatus und der verfügbaren Optionen. Falls eine Software-Option freigeschaltet werden soll, erfolgt dies ebenfalls hier mit Hilfe eines Freischaltkodes.

Firmware update
Im Falle eines späteren Firmware Updates für die atacama wird diese aus der „myALS“ Software heraus durch Drücken des „Update Audio Proc.“ Knopfes über die USB-Verbindung durchgeführt.

Auto-Power-Off Function
Die atacama hat die Möglichkeit sich selber automatisch ab- und wiedereinzuschalten. Wenn diese Funktion aktiviert ist und ein zugeführtes Audiosignal (digital oder analog) einen einzustellenden Pegel (in dB-Schritten) überschreitet, dann wird sie eingeschaltet. Zum automatischen Abschalten wird entsprechend eine Zeit vorgegeben, die definiert, ab wann die atacama nach dem letzten Unterschreiten dieses Pegels abgeschaltet werden soll.

Option Aktive Raumkorrektur
Wie die behold APU768 mit dem ADP192 Modul oder der behold Gentle G192 (bei beiden im Stereo Mode) kann auch die atacama mit Raumkorrektur betrieben werden. Die Korrektur erfolgt in Schritten von 23Hz von DC bis 24kHz. Die benötigten Daten können mit der behold Software „myBRC“ oder auch den Ascendo RoomTools generiert werden. Der Datentransfer erfolgt über eine USB-Verbindung von Seiten eines PC. Es müssen beide atacama nacheinander beschickt werden. Den jeweils zugehörigen Kanal (rechts oder links) wählt die atacama automatisch. Diese Software-Option der atacama kann nachträglich vom Kunden selbst mit einem Lizenzschlüssel einmalig freigeschaltet werden.

Stromversorgung
Die Stromversorgung ist von jedem Stromnetz von 100V bis 240V, 50Hz oder 60Hz möglich. Die Elektronik der atacama beinhaltet schon von vorneherein einen „Power Conditioner” und sollte direkt mit dem Netz verbunden werden.